Bi Luo Chun 碧螺春 - Grüner Tee aus China

Synonyme und andere Namen des Bi Luo Chun


Der Bi Luo Chun Tee (auch Pi Lo Chun) rangiert unter den 10 besten Tees aus China auf dem zweiten Platz. Er wird besonders wegen seines fruchtigen Geschmacks und blumigen Aromas hoch geschätzt.
Bekannt ist er auch unter dem Namen Dong Ting Bi Luo Chun. Auf deutsch übersetzt heißt „Bi Luo Chun“ soviel wie „Jadegrüne Schnecke des Frühlings“. „Grün“ steht hierbei für den Grünen Tee, „Schnecke“ für die charakteristische spiralförmige Form, die an Schneckenfleisch erinnert und „Frühling“ für die Erntezeit.
Der Tee ist bekannt für seinen sehr intensiven Duft und wurde deshalb ursprünglich „schrecklicher Duft“ (Xia Sha Ren Xiang) genannt. Da dieser Name dem damaligen Kaiser nicht gefiel gab er ihm einen wohlklingenderen Namen.

Geschmack und Aussehen


Spiralförmige Blätter, an Schnecken erinnernde, Blätter
Spiralförmige Blätter, an Schnecken erinnernde, Blätter

Kennzeichnend für Bi Luo Chun sind die kleinen weißen Härchen, die die zarten Blätter überziehen. Neben der typischen spiralförmigen Form, die an Schnecken erinnert, kann man den Tee darüber hinaus an seinem einzigartigen blumigen Aroma erkennen. Im getrockneten Zustand ist der Tee gräulich bis weiß, je nach Behaarung. Kommen die Blattsprossen mit heißem Wasser in Berührung werden sie wieder lebendig und springen zurück in ihre ursprüngliche Form. Der Aufguss ist von kräftiger gelber Farbe.

Bi Luo Chung hebt sich vor allem geschmacklich deutlich von durchschnittlichen Grünteesorten ab. Oft wird er als frisch mit süßlichem Nachgeschmack und leicht fruchtig beschrieben. Erst durch mehrere Aufgüsse entfaltet sich nach und nach seine ganze Reichhaltigkeit im Geschmack.

Herkunft


Die Pflanze wurde ursprünglich auf dem Berg Dong Ting nahe der Stadt Suzhou in China angebaut. Eigentlich handelt es sich dabei um zwei Berge, einer befindet sich auf einer Insel im Tai See und der andere bildet eine Halbinsel im See. Bis heute stammt der beste Bi Luo Chun von dort.



Herstellung: Anbau. Ernte, Verarbeitung des Bi Luo Chun


Das Klima auf dem Dong Ting Berg ist ideal, um Tee und Früchte anzubauen. Es zeichnet sich durch gemäßigte Witterung, hohe Luftfeuchtigkeit und leicht sauren Boden aus. Aufgrund der besonderen Kultivierung von Teesträuchern neben Obstbäumen erhält der Bi Luo Chun seinen einzigartigen fruchtigen Geschmack. Die größeren Bäume schützen den Tee außerdem vor der Hitze des Sommers und der Kälte des Winters. Durch diesen naturgegebenen extra Schutz werden die Blätter besonders zart und fein.
Nirgendwo sonst gibt es solche ideale Bedienungen, um den Bi Luo Chun anzubauen und gerade das macht ihn noch viel wertvoller.

Erntesaison ist im Frühjahr. Von Mitte März bis Anfang April erhält man den hochwertigsten Tee. Die jungen Triebe werden innerhalb eines Tages von Hand gepflückt, verlesen und geröstet.

Schon am sehr frühen Morgen wird mit der Ernte begonnen, dabei werden nur sehr junge Blätter genommen. Die Triebe sind so klein, dass ein Kilo aus 14.000 – 15.000 Stück besteht.
Der Tee wird geröstet und danach mit einer speziellen Rolltechnik per Hand zur charakteristischen Schnecken-Spiralform gerollt. Ist der ganze Prozess abgeschlossen nehmen die Blätter eine graue Farbe an und die feinen weißen Härchen, die für eine hohe Qualität stehen, werden sichtbar.

Sorten und Fälschungen


Anfangs wurde Bi Luo Chun nur am Dong Ting Berg in der Jiangsu Provinz angebaut. Durch den steigenden Bedarf hat man jedoch versucht noch weitere Anbaugebiete zu finden, wie zum Beispiel Yi Xing, Li Yang und Gao Chun in der Jiangsu Provinz. Obwohl der Herstellungsprozess aus diesen Gebieten dem des Dong Ting-Bi Luo Chun sehr ähnlich ist, erreicht der Tee nicht die gleiche Qualität. Die Blätter sind größer und er schmeckt weniger fruchtig.
Um Fälschungen handelt es sich bei Exemplaren aus der Zhejiang und Sichuan Provinz. Hier wird eine ganz andere Sorte verwendet. Ebenso bei Tees aus Taiwan. Für den Laien ist es oft schwierig Fälschungen zu erkennen, die leider immer häufiger vorkommen. Neusten Untersuchungen zu folge kommen bis zu 80% auf dem Markt eigentlich aus Sichuan, obwohl anders deklariert. Ein Erkennungsmerkmal ist, dass die Imitate ein eher nussiges statt fruchtiges Aroma aufweisen.


Bi lou chun Infusion
Bi lou chun Infusion
Die gezogenen Bätter des Bi lou chun
gezogenen Bätter
Bi lou chun in der Tasse
Bi lou chun in der Tasse

Zubereitung des Bi Luo Chun


Es Bedarf einer besonderen Zubereitung, um einen hochwertigen Grüntee zu erhalten. Umso wichtiger ist dies, je delikater der verwendete Tee ist.
Für ein 225ml Glas benötigt man etwa 3gr Tee. Im Zweifelsfall sollte man eher weniger anstatt mehr verwenden, da zu viel dem Tee schnell eine bittere Note geben können.
Zur Zubereitung benötigt man einen Behälter aus Glas oder Porzellan, in China wird ein sogenannter Gaiwan verwendet, ein Glas und eventuell eine Teekanne, wenn man den Tee servieren möchte.
Zuerst sollte man die Blattknospen kurz mit heißem Wasser abspülen. Dazu gibt man die Blätter in den Behälter und lässt das heiße, nicht kochende, Wasser an der Gefäßwand herunter laufen. Nach 5-10 Sekunden gießt man das Wasser ab.
Auch zur Zubereitung darf das Wasser nicht kochen, da der Tee sonst bitter schmeckt. Ideal ist eine Temperatur zwischen 70 und 85°C. Man kann das temperierte Wasser entweder wieder an der Wand eingießen oder aus größerer Höhe. Beides hat den Effekt, dass das Wasser auf die richtige Temperatur abkühlt. Möchte man mehrere Aufgüsse erhalten, so lässt man den Tee nur kurze Zeit ziehen, je nach Sorte 1-2 Minuten und serviert ihn dann im Glas. Für einen weiteren Aufguss gibt man einfach wieder heißes Wasser hinzu, lässt den Tee jedoch nur wenige Sekunden ziehen. Bei guter Qualität des Tees sollten 3-5 Aufgüsse möglich sein.

Bilder vom Bi Luo Chun


Spiralförmige Blätter, an Schnecken erinnernde, Blätter
Spiralförmige Blätter, an Schnecken erinnernde, Blätter
Bi lou chun Infusion
Bi lou chun Infusion
Die gezogenen Bätter des Bi lou chun
gezogenen Bätter
Bi lou chun in der Tasse
Bi lou chun in der Tasse